Frederike Lausch

Gilles Deleuze und die Anyone Corporation.

Übersetzungsprozesse zwischen Philosophie und Architektur

Abstract zur Doktorarbeit:

Der US-amerikanische Architekturdiskurs der 1990er Jahre ist entscheidend von den Theorien des französischen Philosophen Gilles Deleuzes geprägt. Die Aneignung seiner philosophischen Konzepte und jener, die er gemeinsam mit dem Psychoanalytiker Félix Guattari entwickelt hat, findet vor allem innerhalb der »Anyone Corporation« statt, einem internationalen, architekturtheoretischen Netzwerk, das 1990 in New York von der Redakteurin Cynthia C. Davidson und den Architekten Peter Eisenman, Arata Isozaki und Ignasi de Solà-Morales Rubió gegründet wird. In ihren Diskursen wimmelt es von glatten Räumen, organlosen Körpern, Rhizomen, Falten, abstrakten Maschinen und Diagrammen. Frederike Lausch zeigt auf, wie sich die »Anyone Corporation« durch die Bezugnahme auf Deleuze als intellektuelle Elite der Architekturdisziplin inszeniert und wie im Zuge der Entpolitisierung seiner Theorien die »Post-Criticality«-Bewegungen entstehen. Diese positionieren sich um 2000 gegen die Dominanz philosophischer Theorien im Architekturdiskurs und fordern einen stärkeren Fokus auf die Praxis des Planens und Bauens. Ausgehend von Übersetzungstheorien beleuchtet Frederike Lausch die Kontaktzonen, Transformationen, Konflikte und Inszenierungen der Verbindung von Architektur und Deleuzes Philosophie.

Publiziert bei Transcript, 2021, Link: https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5326-7/gilles-deleuze-und-die-anyone-corporation/