Hana Gründler

Die Dunkelheit der Episteme.

Der Künstler/Philosoph zwischen Aufmerksamkeit, Ethos und (Nicht)Wissen.

Abstract zur Doktorarbeit:

Im Fokus der Dissertation, in der die Werke so unterschiedlicher Künstler und Denker wie etwa Jacopo Pontormo, Alois Riegl oder Ludwig Wittgenstein untersucht werden, steht das komplexe Verhältnis von Sehen, Kunst und Ethik. Dabei wird insbesondere eine sogenannte „Ethik der Aufmerksamkeit“ in den Blick genommen, die auf das Engste mit dem Aspekt der (ästhetischen und poietischen) Selbstarbeit, Selbstsorge oder Pflege des Subjekts verknüpft ist und dem Individuum durch die Veränderung des eigenen Sehens, der eigenen Wahrnehmung einen anderen Zugang zur Alterität eröffnet. Wie gezeigt werden konnte, haben im Anschluss an Wittgenstein Philosophinnen wie etwa Martha Nussbaum oder Sandra Laugier für eine Ethik des Besonderen plädiert, die ohne die Aufmerksamkeit nicht auskommt. In diesem Zusammenhang spielen Werke der Literatur und der Bildenden Kunst eine zentrale Rolle, da sie ein aktives und achtsames Sehen des Partikulären fördern.